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Wenn dem Reifenprofi selbst die Luft ausgeht — Markus' ehrliche Pannenstory

Ich repariere Reifen. Ich berate Leute über Reifen. Und dann steh ich selbst mit Platten auf der B51. Karma.

Es war ein Dienstag im März, kurz nach 7, ich wollte früh bei einem Lieferanten sein. B51, kurz vor Prüm, noch dunkel, noch kalt.

Dann dieses Gefühl. Wer’s kennt, kennt’s: Das Auto zieht plötzlich, der Lenkradwiderstand ändert sich, und irgendwo unter einem macht es ein dumpfes Schlagengeräusch.

Platter Reifen. Vorne links.

Was ich als erstes dachte

Ehrlich gesagt: „Ausgerechnet ich.” Ich red den Leuten täglich über Reifenpflege, über rechtzeitigen Wechsel, über die Risiken. Und dann steh ich selbst da.

Der Reifen hatte noch gut 4 mm Profil. War nicht zu alt. Einfach Pech — ein Nagel, wie sich später rausstellte. Quer durch die Lauffläche, tief genug um die Karkasse zu erwischen.

Nicht reparierbar.

Was ich richtig gemacht hab

Das Reserverad war drin. Ordentlich aufgepumpt, nicht verrottet. Ich weiß, das klingt selbstverständlich — ist es aber nicht. Ich hab schon Kunden gehabt, die seit Jahren ein Reserverad mitfahren das auf 1,2 bar runter ist oder Risse in der Flanke hat.

Das Reserverad ist kein Freifahrtschein für schnelles Fahren oder lange Strecken, aber es hat mich aus der Bredouille gebracht.

Was ich anders gemacht hätte

Ich hatte mein Reifenflickzeug nicht dabei. Nicht weil ich’s nicht kenn — ich hab’s jeden Tag in der Hand — sondern weil ich’s schlicht nicht im Auto hatte. Bei einem Nagel in der Lauffläche hätte mir ein Reifenreparaturset vielleicht geholfen, zumindest für die nächsten Kilometer bis zu einem sicheren Halt.

Lesson learned. Seitdem liegt eins im Kofferraum.

Was mich geärgert hat

Die B51 in der Früh ist kein angenehmer Ort für einen Pannencheck. Kein Standstreifen, enger Seitenstreifen, Lastwagen die an einem vorbeiziehen. Ich hab den Wagen so weit raus wie möglich, Warndreieck aufgestellt, Warnweste an — aber gemütlich war anders.

Nehmt das ernst. Warnweste griffbereit, nicht im Kofferraum unter allem anderen vergraben.

Was ich euch mitgeben will

Pannen passieren auch den Leuten, die es besser wissen sollten. Das einzige was ihr kontrollieren könnt ist die Vorbereitung:

  • Reserverad in Schuss halten (Druck prüfen, Zustand prüfen)
  • Reifenreparaturset einpacken
  • Warnweste griffbereit
  • Warndreieck dabei

Der Rest ist Glück — oder Pech, je nachdem wie man’s sieht.

Ich bin jedenfalls pünktlich beim Lieferanten angekommen. Nur mit etwas Dreck an den Händen.